Dialoge — die Bühne der Charaktere
Guter Dialog macht drei Dinge gleichzeitig: er charakterisiert, er treibt die Handlung voran, er erzeugt Subtext. Schlechter Dialog erklärt.
Faustregeln:
- Jede Figur hat eine eigene Stimme — Wortwahl, Satzlänge, Rhythmus.
- Niemand sagt direkt, was er meint („Ich bin sauer auf dich" → schwach).
- Unterbrechungen, Pausen, Ausweichen sind realistischer als „brave" Dialoge.
- „Sagte" ist okay — keine Synonym‑Akrobatik („gurgelte sie", „spuckte er").
- Dialog‑Tags sparsam verwenden, nur wenn Klarheit nötig.
- Unter‑den‑Tisch‑Subtext: was Figur eigentlich will vs. was sie sagt.
Beispiel mit Subtext:
„Wann fährst du?", fragte sie und füllte den Spüler. „Morgen früh." „Aha." Sie ließ einen Teller in die Schüssel fallen. „Ich glaube, der Müll muss noch raus."
Niemand sagt: „Bleib." Aber jeder spürt es.
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