Freude 1.7 — Musikproduktion Grundlagen

MIDI vs. Audio — der wichtigste Unterschied

In jeder DAW arbeitest du mit zwei Daten-Typen: MIDI und Audio. Wer das früh verstanden hat, ist im Vorsprung.

MIDI — die "Notenschrift"

  • Eine MIDI-Spur enthält nur INSTRUKTIONEN: "Spiel das C4 für 0.5s mit Velocity 80"
  • Kein Sound im File! Sound entsteht erst durch das Instrument (Synth, Sample-Library), das die Note interpretiert
  • Du kannst Noten verschieben, verlängern, transponieren — ohne Qualitätsverlust
  • Datei winzig (~kB statt MB)

Audio — die "Tonaufnahme"

  • Eine Audio-Spur enthält den fertigen KLANG als Wellenform (.wav, .mp3, .aiff)
  • Echtes Sample/Aufnahme/Resultat eines gerendeten Synths
  • Bearbeitbar (schneiden, Effekte), aber nicht mehr in Noten zerlegbar
  • Datei groß (1 Min Stereo 24-bit ≈ 16 MB)

Die Magie: gleiche MIDI, andere Sounds

Schreib eine Melodie als MIDI. Wechsle das Instrument: Klavier → E-Gitarre → Synth-Lead → Cello. Selber Notentext, völlig andere Stimmung. Das ist mit Audio unmöglich.

VST / AU — Plugin-Welt

Synthesizer und Effekte gibt's als Plugins:

  • VST (Steinberg) — Standard auf Windows
  • AU (Apple) — Mac-Standard
  • AAX (Pro Tools) — Avid-spezifisch

Bekannte VST-Plugins für Einsteiger

  • Synths: Vital (free), Serum, Pigments, Massive X
  • Drums: XO, Kontakt + Battery, integrierte DAW-Drums
  • Free-Picks: Vital, Spitfire LABS, IK SampleTank Free

Latency & Buffer-Size

Wenn du beim Spielen den Sound erst nach 50 ms hörst, ist das frustrierend. Lösung:

  • Audio-Interface mit kleinem Buffer (64-128 Samples)
  • ASIO-Treiber auf Windows (FocusRite, ASIO4ALL als Notnagel)
  • Beim Mixing: höherer Buffer (512+) für CPU-Reserve
Zurück zu Freude