MIDI vs. Audio — der wichtigste Unterschied
In jeder DAW arbeitest du mit zwei Daten-Typen: MIDI und Audio. Wer das früh verstanden hat, ist im Vorsprung.
MIDI — die "Notenschrift"
- Eine MIDI-Spur enthält nur INSTRUKTIONEN: "Spiel das C4 für 0.5s mit Velocity 80"
- Kein Sound im File! Sound entsteht erst durch das Instrument (Synth, Sample-Library), das die Note interpretiert
- Du kannst Noten verschieben, verlängern, transponieren — ohne Qualitätsverlust
- Datei winzig (~kB statt MB)
Audio — die "Tonaufnahme"
- Eine Audio-Spur enthält den fertigen KLANG als Wellenform (.wav, .mp3, .aiff)
- Echtes Sample/Aufnahme/Resultat eines gerendeten Synths
- Bearbeitbar (schneiden, Effekte), aber nicht mehr in Noten zerlegbar
- Datei groß (1 Min Stereo 24-bit ≈ 16 MB)
Die Magie: gleiche MIDI, andere Sounds
Schreib eine Melodie als MIDI. Wechsle das Instrument: Klavier → E-Gitarre → Synth-Lead → Cello. Selber Notentext, völlig andere Stimmung. Das ist mit Audio unmöglich.
VST / AU — Plugin-Welt
Synthesizer und Effekte gibt's als Plugins:
- VST (Steinberg) — Standard auf Windows
- AU (Apple) — Mac-Standard
- AAX (Pro Tools) — Avid-spezifisch
Bekannte VST-Plugins für Einsteiger
- Synths: Vital (free), Serum, Pigments, Massive X
- Drums: XO, Kontakt + Battery, integrierte DAW-Drums
- Free-Picks: Vital, Spitfire LABS, IK SampleTank Free
Latency & Buffer-Size
Wenn du beim Spielen den Sound erst nach 50 ms hörst, ist das frustrierend. Lösung:
- Audio-Interface mit kleinem Buffer (64-128 Samples)
- ASIO-Treiber auf Windows (FocusRite, ASIO4ALL als Notnagel)
- Beim Mixing: höherer Buffer (512+) für CPU-Reserve
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