LinAlg 10 · SVD & Anwendungen
Kapitel 7 · Anwendungen

Anwendungen — Bild, ML, Empfehlungen

1. Bildkompression

Ein Graustufenbild = Matrix M. SVD: M = UΣVᵀ. Behalte nur die k größten Singulärwerte: M_k = U_k Σ_k V_kᵀ. Speicher-Bedarf: k(m + n + 1) statt m·n. Bei k = 50 für 1000×1000-Bild: ca. 100k Werte statt 1M — Faktor 10 Kompression bei guter Bildqualität.

2. Empfehlungssysteme — Netflix Prize

Datenmatrix: User × Filme, Einträge = Ratings (viele fehlen). SVD findet latente Faktoren(Genres, Stimmungen) — typische Dimensionen sind 50–200, nicht alle Filme. Vorhersage einer fehlenden Bewertung: rekonstruiere mit reduziertem Rang.

3. Latent Semantic Analysis (NLP)

Term-Dokument-Matrix: Wörter × Dokumente. SVD findet „Themen" als latente Faktoren. Suchanfragen werden im Themenraum mit Dokumenten verglichen — viel besser als reines Schlagwort-Matching.

4. Pseudo-Inverse — Least Squares

Für überbestimmte LGS A·x = b (A nicht quadratisch oder singulär):

A⁺ = V · Σ⁺ · Uᵀ

Mit Σ⁺ = Diagonalmatrix mit 1/σᵢ (für σᵢ > 0). Lösung: x = A⁺·b.

Anwendung: Lineare Regression bestimmt Geradenparameter via Pseudo-Inverse.

5. Konditionszahl & numerische Stabilität

κ(A) = σ_max / σ_min. Großes κ → kleine Störungen in b führen zu großen Änderungen in x. Schlecht konditionierte LGS sind numerisch heikel. SVD ist der Standardweg, das zu erkennen.

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SVD ist überallEgal ob Computer Vision, NLP, Empfehlungen, Robotik, Quantenchemie — wer Datenmatrizen zerlegen muss, nutzt fast immer SVD. Sie ist die wichtigste Matrixzerlegung in der Praxis.
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