LinAlg 10 · SVD & Anwendungen
Kapitel 2 · Formel

Die SVD-Formel A = UΣVᵀ

Singulärwertzerlegung

Für jede Matrix A ∈ ℝᵐˣⁿ existiert eine Zerlegung:

A = U · Σ · Vᵀ

mit:

  • U ∈ ℝᵐˣᵐ orthogonal (UᵀU = I) — „linke Singulärvektoren"
  • Σ ∈ ℝᵐˣⁿ Diagonalmatrix mit Σ_ii = σᵢ ≥ 0 (Singulärwerte, absteigend sortiert)
  • V ∈ ℝⁿˣⁿ orthogonal — „rechte Singulärvektoren"

Geometrische Interpretation

A wirkt auf einen Vektor x in drei Schritten:

  1. Vᵀ · x: drehe x in eine spezielle Basis.
  2. Σ · (Vᵀx): strecke entlang der Achsen mit Faktoren σ₁, σ₂, ...
  3. U · (ΣVᵀx): drehe in eine andere spezielle Basis.

Geometrisches Bild

Ein Einheitskreis wird unter A zu einer Ellipse. Die Halbachsen der Ellipse sind die Singulärwerte σ₁, σ₂. Die Richtungen der Halbachsen sind die Spalten von U.

Singulärwerte und Rang

  • Anzahl von σᵢ > 0 = rang A.
  • σ₁ ≥ σ₂ ≥ ... ≥ σᵣ > 0 (r = rang A), Rest = 0.
  • Konditionszahl: κ(A) = σ_max / σ_min — misst Empfindlichkeit gegen Störungen.
🎯
Wozu die Sortierung?Singulärwerte sind absteigend sortiert. σ₁ ist die „größte Streckungsrichtung", σ₂ die „zweitgrößte", usw. Das macht sie ideal für Approximation: behalte die größten σᵢ, verwerfe kleine — das ist die Grundidee der Datenreduktion.
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