Statistik 1 · Boxplot & Histogramm
Kapitel 2 · Diagramm 1

Histogramm — Verteilung sichtbar machen

Definition · Histogramm

Ein Histogramm teilt den Wertebereich in Klassen (Bins) gleicher Breite und zählt, wie viele Werte in jede Klasse fallen. Die Höhe jeder Säule = Anzahl der Werte in dieser Klasse.

Schritt-für-Schritt

Datenreihe (Klausur-Punkte): 62, 75, 88, 71, 80, 92, 67, 79, 85, 73, 78, 81, 90, 76, 84

  1. Wertebereich: 62 bis 92 → Spannweite 30.
  2. Klassenbreite wählen, z.B. 5 → 6 Klassen: [60, 65), [65, 70), [70, 75), [75, 80), [80, 85), [85, 90), [90, 95).
  3. Werte zuordnen und zählen.
  4. Säulen zeichnen mit Höhe = Anzahl.
📐
Sturges-RegelWieviele Klassen sollst du nehmen? Faustregel: k = 1 + log₂(n). Bei 100 Werten also k ≈ 7-8 Klassen. Bei 1000 Werten ≈ 11. Modernere Alternative: Freedman-Diaconis (k = 2 · IQR / ∛n) — rechnet automatisch die Klassenbreite aus.

Was du im Histogramm sofort siehst

  • Lage: Wo liegt der Schwerpunkt? — Höchste Säule = Modus-Bereich.
  • Streuung: Wie breit ist die Verteilung? — Schmal = wenig σ, breit = viel σ.
  • Schiefe: Hängt der Schwanz links oder rechts raus?
  • Multimodalität: Gibt es zwei (oder mehr) Spitzen? Indiz für vermischte Gruppen.
  • Lücken/Ausreißer: Säulen mit Lücke davor oder danach.

Achtung: Klassenbreite verändert das Bild

Mit einer riesigen Klassenbreite verschmilzt alles zu einer einzigen Säule. Mit zu kleiner Breite siehst du nur Rauschen. Die richtige Wahl — nicht zu glatt, nicht zu zackig — siehst du in der Sandbox-Sektion live.

Zurück zu Mathematik