Prädikatenlogik — über Mengen sprechen
Aussagenlogik genügt nicht, sobald wir "für alle" oder "es gibt" sagen wollen. Hier kommen Prädikate und Quantoren ins Spiel.
Prädikat: Eine Aussageform mit Variablen, z. B. P(x): "x ist gerade". Erst durch Einsetzen eines Wertes wird daraus eine Aussage: P(4) ist wahr, P(7) ist falsch.
Quantoren
| Symbol | Name | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|---|
| ∀ | Allquantor | für alle | ∀x ∈ ℕ: x ≥ 0 |
| ∃ | Existenzquantor | es gibt mindestens ein | ∃x ∈ ℕ: x² = 16 |
| ∃! | Eindeutigkeit | genau ein | ∃!x ∈ ℕ: x + 3 = 7 |
Negation von Quantoren
Quantoren-Tausch¬(∀x: P(x)) ≡ ∃x: ¬P(x) — "nicht alle" bedeutet "mindestens einer nicht".
¬(∃x: P(x)) ≡ ∀x: ¬P(x) — "keinen gibt es" bedeutet "für alle gilt nicht".
¬(∃x: P(x)) ≡ ∀x: ¬P(x) — "keinen gibt es" bedeutet "für alle gilt nicht".
Reihenfolge zählt
∀x ∃y: y > x — "zu jedem x gibt es ein größeres y" (wahr in ℕ).
∃y ∀x: y > x— "es gibt ein y, das größer als alle x ist" (falsch in ℕ).
Niemals ∀ und ∃ einfach vertauschen. Die Reihenfolge entscheidet, was logisch bedeutet — und macht oft den Unterschied zwischen Wahrheit und Unsinn.
