Statistik 2 · Punktschätzer
Kapitel 3 · Eigenschaft 2

Konsistenz — wird mit n besser

Definition · Konsistenter Schätzer

Ein Schätzer θ̂ₙ ist konsistent, wenn er mit wachsendem Stichprobenumfang n in Wahrscheinlichkeit gegen θ konvergiert:

∀ε > 0: P(|θ̂ₙ − θ| > ε) → 0 für n → ∞

In Worten: je mehr Daten, desto näher liegt deine Schätzung am wahren Wert — mit beliebig hoher Wahrscheinlichkeit.

Beispiel — Mittelwert ist konsistent

Das schwache Gesetz der großen Zahlen sagt direkt: x̄ → μ in Wahrscheinlichkeit. Daher ist x̄ konsistent.

Konsistenz ohne Erwartungstreue?

Ja, möglich! Beispiel:

μ̂ = x̄ + 1/n

Ist nicht erwartungstreu (Bias = 1/n ≠ 0), aber konsistent (Bias → 0 für n → ∞). Solche „asymptotisch erwartungstreuen" Schätzer sind in der Praxis oft akzeptabel.

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Erwartungstreu ≠ KonsistenzEin Schätzer kann erwartungstreu, aber nicht konsistent sein (selten in Lehre): nimm immer nur den 1. Wert der Stichprobe. E[x₁] = μ ✓, aber Varianz schrumpft nicht mit n. Daher: keine Konsistenz.
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