Statistik 2 · Stichprobe & Grundgesamtheit
Kapitel 3 · Methoden

Stichprobenarten — von Zufall bis Quote

Es gibt grob zwei Familien:

Zufallsstichproben (probabilistisch)

Jede Person der Grundgesamtheit hat eine bekannte Auswahlwahrscheinlichkeit > 0.

MethodeWieVorteile · Nachteile
Einfache Zufallsauswahl (SRS)Lottoziehung — jede Person gleich wahrscheinlich+ Goldstandard. − braucht vollständige Liste, teuer.
Geschichtete StichprobePopulation in Schichten teilen (z.B. Altersgruppen), aus jeder zufällig ziehen+ präziser bei heterogenen Gruppen. − Schichten müssen bekannt sein.
Klumpen­stichprobe (Cluster)Population in Klumpen teilen (z.B. Schulklassen), zufällig ganze Klumpen ziehen, alle drin befragen+ billig, organisatorisch einfach. − weniger präzise.
Systematische AuswahlJeden k-ten Eintrag aus Liste (k = N/n)+ einfach. − Gefahr bei zyklischen Mustern.

Nicht-Zufallsstichproben

MethodeWieProbleme
QuotenstichprobeInterviewer suchen Personen nach Quote (50 % weiblich, 30 % über 60 etc.)Auswahl innerhalb Quote ist subjektiv.
SchnowballverfahrenBefragte empfehlen weitere BefragteStark verzerrt — passt zu Untergruppen.
Convenience SampleWer gerade da ist (Studierende im Hörsaal)Selten repräsentativ.
Self-SelectionOnline-Umfrage, freiwillige TeilnahmeWer mitmacht, hat starke Meinung — Verzerrung.
🎲
FaustregelFür seriöse statistische Schlüsse → nur Zufallsstichproben. Alles andere kann Trends sichtbar machen, aber ohne Wahrscheinlichkeitsaussagen (Konfidenzintervalle, p-Werte).
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