Topologie — Einführung
Kapitel 3 · Theorie

Stetigkeit — topologisch gedacht

Aus der Schule: f ist stetig, wenn der Graph keine Sprünge hat. Topologisch wird daraus eine viel sauberere Definition.

f: X → Y stetig ⇔ für jede offene Menge V ⊆ Y ist das Urbild f⁻¹(V) ⊆ X offen.

Warum diese Definition?

Sie braucht keine Abstände, keine Grenzwerte, keine Folgen. Sie funktioniert in jedem topologischen Raum — nicht nur in ℝⁿ. Das macht sie zur richtigen Verallgemeinerung.

Eigenschaften stetiger Funktionen

  • Komposition: Sind f und g stetig, ist g ∘ f stetig.
  • Stetiges Bild von Kompaktem ist kompakt.
  • Stetiges Bild von Zusammenhängendem ist zusammenhängend.
  • Zwischenwertsatz folgt direkt aus dem letzten Punkt.
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EselsbrückeStetigkeit prüft Urbilder, nicht Bilder! Bilder offener Mengen müssen nicht offen sein. Beispiel: f(x) = x² bildet (-1, 1) auf [0, 1) ab — nicht offen.
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