Statistik 1 · Korrelationskoeffizienten
Kapitel 7 · Vorsicht

Korrelation ≠ Kausalität

Berühmtes Beispiel: In den USA korreliert die jährliche Anzahl an Schwimmbad-Ertrunkenen mit der Anzahl Filme, in denen Nicolas Cage mitspielte (r ≈ 0.66). Verursacht Nicolas Cage Ertrinken? Natürlich nicht. Der Kontext fehlt — und r sagt darüber nichts aus.

Die drei Standard-Erklärungen für Scheinkorrelation

  1. Zufall: bei genug verglichenen Variablen findest du immer welche, die zufällig korrelieren. Daher: vorher Hypothese aufstellen!
  2. Confounder (verdeckte Drittvariable): Eis-Verkauf und Hai-Angriffe steigen beide im Sommer — die Wassertemperatur ist die wahre Ursache beider.
  3. Umgekehrte Kausalität: Glückliche Menschen lächeln viel — verursacht Lächeln Glück oder umgekehrt? Korrelation kann die Richtung nicht klären.
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Wie man Kausalität wirklich nachweistNur das kontrollierte Experiment mit Randomisierung erlaubt eine starke Kausalitätsaussage. In der Beobachtung kann man mit Methoden wie Kontrolle für Drittvariablen, Längsschnittstudien, oder Quasi-Experimenten arbeiten — aber nie 100 % sicher sein.

Klassische Kausalitäts-Fehler in den Medien

  • „Studie zeigt: Kaffee-Trinker leben länger" → vergessen: gesunde Menschen trinken eher Kaffee.
  • „Studenten mit Frühstück bekommen bessere Noten" → vergessen: Familien mit Routine geben sowohl Frühstück als auch lernfreundliche Umgebung.
  • „Mehr Polizei → mehr Verbrechen" — die Statistik zeigt's, weil mehr Polizei mehr aufdeckt (Selektionsbias).
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