Praxis — Klausur & Real-World
Übung 1: r berechnen mit der Hand
Daten: (1, 2), (2, 4), (3, 5), (4, 4), (5, 6)
- Mittelwerte x̄, ȳ?
Lösung
x̄ = 15/5 = 3. ȳ = 21/5 = 4.2. - Cov(X, Y)?
Lösung
Abweichungen x: −2, −1, 0, 1, 2. y: −2.2, −0.2, 0.8, −0.2, 1.8.
Produkte: 4.4, 0.2, 0, −0.2, 3.6 → Summe = 8.
Cov = 8 / 5 = 1.6. - σₓ und σᵧ?
Lösung
σₓ² = (4+1+0+1+4)/5 = 2 → σₓ ≈ 1.414.
σᵧ² = (4.84+0.04+0.64+0.04+3.24)/5 = 1.76 → σᵧ ≈ 1.327. - Pearson r?
Lösung
r = 1.6 / (1.414 · 1.327) = 1.6 / 1.876 ≈ 0.853 → stark positiv.
Übung 2: Kausalität oder Korrelation?
Welche Aussagen beschreiben Kausalität, welche nur Korrelation?
- „Mehr Studienzeit führt zu besseren Noten."
Lösung
Plausible Kausalität — aber Korrelationsstudien können sie nicht beweisen. Möglich: motivierte Studierende lernen mehr UND haben bessere Noten (Confounder = Motivation). - „Länder mit mehr Storchen-Nestern haben höhere Geburtenraten."
Lösung
Klassische Scheinkorrelation. Confounder = Land-Größe / Ländlichkeit (mehr Land = mehr Störche UND mehr ländliche Familien mit mehr Kindern). - „Wer raucht, lebt im Schnitt kürzer."
Lösung
Hier ist Kausalität durch experimentelle Studien (an Tieren) und Mechanismen (Karzinogene) gut belegt. Aber Korrelation allein hätte das nie bewiesen.
Übung 3: Pearson oder Spearman?
- Reaktionszeit (Millisekunden) vs. Aufmerksamkeit (Skala 1-10)
Lösung
Reaktionszeit ist meist sehr schief (lange Schwänze) — Spearman robuster. - Größe (cm) vs. Gewicht (kg) bei Erwachsenen
Lösung
Beide metrisch, ungefähr linear, normal verteilt — Pearson r passt. - Schul-Note vs. Wohlbefinden (Likert 1-7)
Lösung
Beide ordinal — Spearman ρ.
MerksatzPearson = standard, linear, metrisch, ohne Ausreißer. Spearman = ordinal, monoton, robust. r² = Anteil erklärter Varianz. Korrelation ≠ Kausalität — immer den Kontext prüfen.
Geschafft! Du hast Statistik 1 — die beschreibendeStatistik — komplett durch. Im nächsten Kurs „Statistik 2 · Stichprobe & Grundgesamtheit" beginnt die schließendeStatistik: aus einer Stichprobe auf die ganze Welt schließen.
