Statistik 1 · Streuungsmaße
Kapitel 1 · Story

Wenn der Mittelwert lügt

Stell dir vor: Zwei Eisdielen melden den gleichen Tagesumsatz-Mittelwert: 200 €. Klingt identisch. Aber Eisdiele A macht jeden Tag 198–202 €, Eisdiele B schwankt zwischen 50 € und 500 €. Welche möchtest du als Pächter? Genau — der Mittelwert allein sagt es dir nicht. Du brauchst ein zweites Maß: wie weit streuen die Werte?

Lagemaße (Modus, Median, Mittelwert) zeigen dir das Zentrum der Daten. Streuungsmaße zeigen dir die Bandbreite. Erst zusammen ergeben sie ein vollständiges Bild.

📊
Die fünf Streuungsmaße auf einen BlickSpannweite (R): max − min, super schnell, sehr empfindlich.
Varianz (σ²): mittlere quadrierte Abweichung — Theorie-Pferd.
Standardabweichung (σ): √Varianz, in echter Einheit — Praxis-Star.
IQR: Q3 − Q1, Mittelhälfte der Daten — robust.
MAD: mittlere absolute Abweichung — selten, aber ehrlich.

Warum nicht einfach „Abweichung vom Mittel"?

Logische erste Idee: addiere alle Abweichungen (xᵢ − x̄) und teile durch n. Aber das ergibt immer 0 — positive und negative Abweichungen heben sich auf. Daher die Tricks: quadrieren (Varianz, Standardabweichung) oder absoluten Betrag (MAD).

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