Varianz — die mittlere quadratische Abweichung
Berechne für jeden Wert die Abweichung vom Mittelwert. Quadriere sie (damit sich Vorzeichen nicht aufheben). Bilde den Mittelwert. Das Ergebnis ist die Varianz.
σ² = (1/n) · Σ (xᵢ − x̄)²Schritt-für-Schritt
Datenreihe: 2, 4, 4, 4, 5, 5, 7, 9 · n = 8
- Mittelwert: x̄ = 40 / 8 = 5
- Abweichungen vom Mittel:
−3, −1, −1, −1, 0, 0, 2, 4 - Quadrieren:
9, 1, 1, 1, 0, 0, 4, 16 - Summe: 9+1+1+1+0+0+4+16 = 32
- σ² = 32 / 8 = 4
Stichproben-Varianz (s²) vs. Populations-Varianz (σ²)
In Statistik-Klausuren begegnet dir oft eine zweite Formel mit n−1statt n im Nenner — das ist die korrigierte Stichproben-Varianz:
s² = (1/(n−1)) · Σ (xᵢ − x̄)²Faustregel: hast du alle Daten der Grundgesamtheit (z.B. Noten allerSchüler einer Klasse) → n. Hast du nur eine Stichprobe(z.B. 30 zufällig ausgewählte Bürger aus 80 Mio.) → n−1. In der Praxis nimmt fast jeder s² (n−1), weil reine Vollerhebungen selten sind.
Schwäche der Varianz
Die Einheit ist verquer: misst du Tagesumsatz in €, ist die Varianz in €² — wer rechnet schon mit „Quadrat-Euro"? Genau dafür gibt es im nächsten Kapitel die Standardabweichung.
